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Das Kleinkind und seine Wutanfälle

  • gerharzanna
  • 8. Aug. 2022
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Aug. 2022


Ganz ehrlich, ich hatte keine, absolut gar keinen blassen Schimmer davon wie so ein kleines süßes Wesen durchdrehen kann. Das einen beißt und haut und so wütet, dass einem die Ohren klingeln. Man liest dann Bücher und liest, ah ja das ist normal. Terrible two heißt diese Phase. Nun, da sind wir mittlerweile darüber hinaus. Mein Sohn ist nun 3 Jahre und 6 Monate. Und bisher ist es hier die Hochphase des Wütens. Autonomiephase heißt es. Trotzphase hieß es mal früher.

Alles ganz normal. Etliche Tipps gibt es. Gewaltfreie Kommunikation, bedürfnisorientiert, antiautoritär und was weiß ich nicht noch.

Aber ganz ehrlich, bekommt das Kind so einen Anfall im Supermarkt oder im Hausflur der Wohnanlage oder auf der Straße, ja dann vergisst man all die tollen Tipps. Dann läuft der Schweiß, dann rennt das Herz. Du bist überfordert. Versuchst das Kind mit liebevollen Worten zu beruhigen. Zu überreden. Und am Ende siehst du dich wie du sauer bist, das Kind aus dem Laden zerrst oder trägst, es in den Kinderwagen setzt oder auf dem Arm nach Hause trägst. Manchmal unter Tränen, weil es dich beißt oder wild um sich schlägt. So ist die Realität. In dem Moment siehst du dir kein Buch an. Kannst ja schlecht sagen: "Du Heinrich, warte mal kurz mit deinem Wutanfall, ich muss mal nachlesen, was ich jetzt mit dir zu tun habe". Wir alle reagieren instiktiv. Oder auch wie wir es von unseren Eltern kennen, ebenfalls unterbewusst. Wir sind auch nur Mütter oder Väter oder eben schlicht und einfach Menschen.


Beim Letzten Besuch bei meiner Mutter mit meinem Kind hatten wir ein Erlebnis. Er im Supermarkt ausgerastet. Aus einem mir wirklich unerfindlichen Grund. Nämlich: Er wollte die Ware nicht bezahlen. Wirklich. Was passiert? Wutanfall des Grauens. Hinter mir die Leute: "oh man", stöhnen, Augen verdrehen usw. Ich hab mich gefühlt, wie die schlimmste Mutter auf der Welt. Es ging weiter. Natürlich. Im Hausflur. Der alte Nachbar kam raus. Ich solle doch endlich mein Kind still bekommen. Er ruft gleich die Polizei. Er hat auch Kinder und die waren nicht so schlimm. Ja du bist 80. Da kannst du dich bestimmt dran erinnern wie deine ach so lieben Kinder waren. Der Tag war für mich gelaufen. Wirklich. Ich dachte mir, was stimmt nur mit uns nicht? Warum läuft es so ab, sobald ich mit ihm das Haus verlasse? Ich muss mir Rat holen. Gesagt getan. Mal wieder. Lesen, wie man es besser machen kann. Mal wieder. Und da sind wir wieder bei dem Thema Ratgeber. Vielleicht müssen wir das auswendig lernen oder so Spickzettel schreiben und immer dabei haben. Und sobald das Kind wegsieht kurz drauf schauen. Ich habe ehrlich keine Ahnung. Falls ihr mehr wisst, sagt mir Bescheid.


Danke fürs Lesen und bis bald eure Anni.








 
 
 

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